Marburger Kammerorchester, Foto: Roland Knoke, bearb.

Marburger Kammerorchester:
Un tableau français

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Sonntag, 29. September 2024, 18 Uhr, Fürstensaal des Landgrafenschlosses

Ausführende

Stephan Rieckhoff – Violoncello

Marburger Kammerorchester

Martin Spahr – Leitung

Programm

Édouard Lalo: Deux Aubades

Jules Massenet: Valse très lente

Lili Boulanger: D’un soir triste

Gabriel Fauré: Pavane – Élégie

Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 8 „Le soir“

Biografien

Stephan Rieckhoff, Foto: Philippe Christin

Stephan Rieckhoff wurde von seiner Stiefmutter in früher Kindheit in das Musizieren eingeführt. Den zehnjährigen Cellisten wollten gleich zwei Gymnasien in ihren Schulorchestern in Marburg als Solocellisten engagieren.

Mit 15 Jahren nahm André Navarra ihn als Jungstudent in seine Celloklasse an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold auf, dessen Direktor, Martin Stephani, sein Onkel und Mentor war. Schon vorher hatte Stephan Rieckhoff bei den deutschen Wettbewerben „Jugend musiziert“ mit mehreren ersten Preisen in Solo- und Triowertung auf sich aufmerksam machen können.

Nach Studien in Detmold und Freiburg bei Prof. Christoph Henkel, wurde er als 23-Jähriger in Pforzheim von Paul Angerer im SWD-Kammerorchester als Solocellist engagiert. Zwei Jahre später engagierte ihn das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Rafael Kubelik für seine renommierte Cellogruppe.

Meisterkurse bei Pierre Fournier, Alexandre Stein, György Sebők und János Starker gaben wichtige Impulse für seine musikalische Entwicklung.

1984 bis zu seinem Ruhestand war Stephan Rieckhoff erster Solocellist des Orchestre de la Suisse Romande. Bedeutende Dirigenten wie Charles Dutoit und Fabio Luisi engagierten ihn in China, Japan und Europa, um sein cellistisches Können an junge Musiker weitergeben zu können.

Kritiken bescheinigen Stephan Rieckhoff immer wieder eine berührende Innigkeit seines Spiels auf seinem Cello von Carlo Giuseppe Testore aus dem Jahre 1690.

Das Marburger Kammerorchester ging 1962 aus dem bereits seit 1958 bestehenden „Kammermusikkreis der Elisabethkirche Marburg“ hervor. Unter der Leitung seines Gründers Horst Pusch († 2007) gab es regelmäßig Konzerte in Marburg, gelangte schon bald zu überregionaler Bedeutung und wurde zu Kirchenkonzerten in ganz Hessen und darüber hinaus verpflichtet. Rundfunkaufnahmen und Konzertreisen, unter anderem im Rahmen der Städtepartnerschaften Marburgs nach Maribor, Poitiers und Eisenach, schlossen sich an. Namhafte Solisten haben mit dem Orchester zusammen musiziert.

Den Kern des Marburger Kammerorchester bilden etwa 15 bis 20 Musiker, teils professionelle Instrumentalisten, teils ambitionierte Laien. Im vielseitigen Marburger Musikleben, welches in den 1990er Jahren nach und nach durch zwei junge Sinfonieorchester bereichert wurde, spielt das Marburger Kammerorchester weiterhin eine unverwechselbare Rolle.

Es bestreitet jährlich eine Reihe von Konzerten, teils mit eigenem Programm, teils als instrumentale Begleitung von Oratorien, Messen, Kantaten u. ä. bei Kirchenkonzerten in Marburg, im Marburger Raum und überregional. Regelmäßig tritt es bei den Marburger Schlosskonzerten auf. Bei Sinfoniekonzerten wird das Orchester durch professionelle Bläser aus der Region ergänzt. Sein 50-jähriges Jubiläum feierte das Marburger Kammerorchester im Mai 2012 mit einem großen sinfonischen Konzert. Zahlreiche ehemalige Mitglieder des Marburger Kammerorchester waren von weither angereist und erweiterten das Orchester auf 45 Streicher. Auch im Mai 2014 trat es in einem Abonnementskonzert des Marburger Konzertvereins in sinfonischer Besetzung auf.

Die musikalische Arbeit wurde nach der Erkrankung von H. Pusch 1996 von wechselnden Dirigenten geleitet, in den letzten Jahren vorwiegend von Arndt Heyer, gelegentlich auch von Andreas Weiss. Nach dem Ausscheiden von Arndt Heyer aus der gemeinsamen 15 Jahre währenden musikalischen Zusammenarbeit (Frühjahr 2014), für die das Marburger Kammerorchester ihm großen Dank schuldet, wurden durch eine Dirigentenausschreibung neue Orchesterleiter in die engere Wahl gezogen. Das Ergebnis der Wahl war ein Konzert mit Karin Hendel am 24.4.2015 und ein Konzert mit Michael Muche am 18.10.2015. Die endgültige Entscheidung fiel schwer, sie ist auf Karin Hendel gefallen. Mit ihr hat das Marburger Kammerorchester am 8. Mai 2016 ein attraktives Muttertagskonzert bestritten, in dem sie als Dirigentin, Solistin und Moderatorin auftrat und mit dem Marburger Kammerorchester das Publikum begeisterte.

Weitere Informationen: www.marburger-kammerorchester.de

Martin Spahr, Foto: Philipp Ottendörfer

Martin Spahr ist freischaffender Dirigent und künstlerischer Betriebsdirektor des Stadttheater Gießen, wo er bis 2022 als Erster Kapellmeister engagiert war.

2018 debütierte Spahr im Rahmen der Wiesbadener Maifestspiele, den Osterfestspielen Baden-Baden und mit dem Ensemble Reflektor, 2019 mit der Ensemble Modern Akademie und beim Klangspuren-Festival in Innsbruck und Schwaz und war bis 2020 ständiger Dirigent des Kursinfonieorchester Bad Nauheim.

Besondere Beachtung erreichte Spahr mit der musikalischen Leitung der Schnittke-Oper Leben mit einem Idioten, Heiner Goebbels’ szenischem Konzert Surrogate Cities, den Tanztheateruraufführungen Tituts Andronicus und Metropolis und vielen deutschsprachigen Erstaufführungen wie Deutschlandpremieren. Schwerpunkt seines Repertoires bildet neben dem Kanon der Musiktheater- und Konzertliteratur die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Weitere Dirigate führten ihn u.a. an die Mittelsächsische Philharmonie, die Polnische Kammerphilharmonie und die Philharmonie Südwestfalen sowie zu den Wetzlarer Festspielen.

Spahr ist Alumnus der Akademie Musiktheater heute der Deutschen Bank Stiftung.

 

Junge Talente

Dmitry Ablogin

Anna Maria Sturm Quintett

Miriam Feuersinger und Capricornus Consort Basel

Marburger Kammerorchester

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